Eine Geschichte entsteht: Ideen

Es sind besondere Glücksmomente, wenn mein Gehirn eine Idee produziert und sie mir bewusst wird. Ich kann Ideen nicht auf Knopfdruck erzeugen. Ich kann jedoch so leben, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie entstehen. Dazu gehört, dass ich in Bewegung bleibe. Ich meine das einerseits körperlich, im Sinne von Menschen treffen und aktiv sein. Andererseits ist für mich auch wichtig, gedanklich nicht einzurosten, mir Neues anzueignen und über mich und Menschen oder Geschehnisse nachzudenken und auszutauschen. Meine Erlebnisse und das, was mich bewegt, schaffen im Gehirn Zusammenhänge und plötzlich habe ich eine Idee.

Auch beim Schreiben ist es von Vorteil, wenn ich mich und meine Gedanken bewege. Was zusätzlich jedoch eine wichtige Rolle spielt, ist, dass ich sehen lerne. Dazu muss ich wach und nicht zu schnell durchs Leben gehen. Das Treiben um mich herum ist voller kleiner Dramen, voller Missgeschicke. Ich stolpere über romantische Szenen und tragische Momente. Ich werde Zeuge von Überraschungen und von Ungerechtigkeit. Ich muss sie nur sehen. So liefert mir das wahre Leben gute Ideen. Es erzählt jedoch nicht immer gute Geschichten. Ein Buch braucht viel Spannung, damit wir es lesen. Es soll unterhalten oder Bedeutung haben. Im Leben sind wir froh, wenn wir auch ab und zu Ruhe und Erholung haben. Nur, sowas will eben keiner lesen. Deswegen ist es wichtig, Beobachtungen als Idee aufzugreifen und nachher mit unserer Fantasie zu vermischen.

Die Idee für den Restaurator habe ich erhalten, weil ich einem Möbelstück gesucht habe, das ich schlussendlich bei einem Restaurator gefunden habe. Einzig diese Werkstatt fliesst nun in meine Geschichte ein. Alles andere habe ich erfunden.

Auf die Geschichte von Silva kam ich wegen Figaro, unserem Kater. Ich habe ihn mit Silva bekannt gemacht. Figaro ist Silvas Rettung, aber ich habe ihm einen anderen Namen gegeben und er lebt in der Geschichte ein ganz anderes Leben.

Die Geschichte, in welcher Lea Zuhause ist, hat viel mit Corona zu tun. Damit, was ich gehört und miterlebt habe. Wegen Corona konnte ich auch sehr viel lesen. Auch Liebesgeschichten. Das brachte mich auf die Idee für diese Geschichte.

Und Malex ist wohl Clown geworden, weil ich jongliere und deswegen in diesem Jahr den Zirkus besuchte. Und wenn das nicht die Fantasie und das Träumen anregt!

Nicht jede Idee kann ich im Leben umsetzen und nicht aus jeder Idee wird eine Geschichte. Ich produziere einen Überschuss. Und wenn ich nur noch Ideen produziere und nur noch damit beschäftigt bin, sie zu sortieren, in Geschichten unterzubringen oder umzusetzen, dann weiss ich, dass das Tempo für ein Buch vielleicht gerade richtig wäre, es sich aber für mein Leben zu schnell bewegt und ich zu sehr nach Aussen orientiert bin. In solchen Momenten kommt das Kontrastprogramm zum Einsatz: Innehalten, durchatmen, meditieren.

Das ist vielleicht keine gute Geschichte, aber eine gute Idee. 😊